Ab zur WM nach Australien

 

 
 

In Zell am See in Österreich fand ein wunderschönes Triathlon Wochenende statt. Der Ironman 70.3 Circus machte dort Station und am Samstag fand der „normale“ 70.3 statt und am Sonntag die Weltmeisterschaft.

Für mich war es zwar nur eine normale Mitteldistanz, aber im Gegensatz zu den Mitteldistanzen der Vorwochen in Berlin und Hückeswagen war die Anzahl der Starter natürlich viel größer und das ganze Drumherum hat andere Ausmaße, so dass die Emotionen schon anders sind. Weit über 2000 Starter wurden in mehreren Wellen in den schönen Zellersee geschickt. Doch für mich sollte sich der Schwimmstart anders als normal darstellen. Als meine Startgruppe aufgerufen wurde und ich mir die Schwimmbrille aufsetzen wollte, riss das Band der Brille so unglücklich, dass ein Flicken auf die Schnelle nicht möglich war. Ich hatte nur noch 5 Minuten bis zum Start und der Veranstalter hatte keine Leih- oder Ersatzbrillen. Was tun? Wir waren eingepfercht in unserer Startbox. Überall nur ratlose Gesichter und ein Schwimmen ohne Brille ist bei mir nicht möglich. War dies das Ende vor dem Start? Nein, ich rannte aus der gesamten Startarea raus, sprang über die Absperrgitter an verdutzten Posten vorbei immer rufend, dass meine Schwimmbrille kaputt sei und ich eine andere benötigen würde, stürmte der Startgruppe entgegen, die bereits mit dem Schwimmen fertig und auf dem Weg zum Rad war. Dem ersten Athleten der mir entgegen gelaufen kam, schrie ich an, dass ich seine Schwimmbrille bräuchte, da meine kaputt sei und das Rennen sonst für mich vorbei sei. Er erschrak förmlich, da ich ihn aus seinen Gedanken und seiner Konzentration riss, aber er gab mir dann sofort seine Brille und ich stürmte zurück zum Start an allen Hindernissen aus Mensch und Material vorbei. Ich sah bestimmt wie ein Verrückter aus! Als ich ankam, schwamm meine Startgruppe bereits los und man wollte mich nicht mehr zu meiner Gruppe lassen, aber ist setzte mich auch hier gegen den Widerstand der Ordner durch und schwamm der Gruppe hinterher.

Es folgte eine Aufholjagd und ich pflügte mit einer gehörigen Portion Wut über mein Missgeschick durchs Wasser und schwamm auch schnell auf die 2 vor meiner Schwimmgruppe gestarteten Startfelder raus. Leider war die Schwimmbrille für mich nicht  passend und ich bekam permanent Wasser ins linke Auge, was auch später zu einer Entzündung im Auge geführt hat. Was dann passierte ist für mich nach wie vor unglaublich, denn ich kam in die Wechselzone und alle Räder meiner Altersklasse standen noch dort. Sollte ich trotz meines verspäteten Starts erster der Altersklasse sein und das nach dem Schwimmen, welches ja meine schlechteste Disziplin ist?

Ich wechselte gut und auf dem Rad lief es wirklich super. Das erste leicht abfällige Stück lief das Rad einfach nur gut und ich kam an die lange ansteigende Passage. Ca. 10 km mit einer mäßigen Steigung und dann knapp 2 km mit 14 % Steigung. Das erste Stück konnte ich sogar teilweise in Aeroposition fahren und auch die letzte Rampe konnte ich gut bewältigen. Dann 2 km mit 15 % runter und eine schöne lange, gut zu fahrende Abfahrt, die richtig Spaß gemacht haben. Gut die Hälfte war absolviert und es ging leicht wellig weiter. Zurück nach Zell am See und noch eine ca. 30 km lange Schleife, die mir aber nichts mehr anhaben konnte. Auch nach dem Rad war ich in Front.

geschafft und glücklich

geschafft und glücklich

So konnte ich den abschließenden Halbmarathon kontrolliert laufen und einige Zuschauer gaben mir sogar den Zwischenstand, so dass ich wusste, dass ich um die 6 Minuten Vorsprung auf den Zweiten hatte. So war es ein wirklich schönes Gefühl beim Laufen und die letzten Kilometer habe ich nur noch genossen und mich auf der Zielgerade feiern lassen.

Dies bedeutete nicht nur den Sieg in meiner Altersklasse, sondern die Qualifikation zur Weltmeisterschaft Ironman 70.3 nächstes Jahr in Queensland / Australien.

Dave und Maria
Dave und Maria

Doch nicht nur der Triathlon, sondern der gesamte Aufenthalt in Zell am See war wunderschön. Außer Unterkunft und Wetter haben meine Frau und ich es sehr genossen, dass wir unseren amerikanischen Freund Dave Ciaverella mit seiner Freundin Maria getroffen haben und wunderbare Stunden mit ihnen verbracht haben. Leider konnte Dave sein Rennen nicht beenden, sondern musste nach dem Rad aufhören.

Der letzte Abend in Österreich war sehr schön. Eine wirklich tolle Woche war vorbei und es hat sich für mich wieder mal gezeigt, dass es nicht nur der Sport selber ist, der mir so einen Spaß macht, sondern auch der Kontakt zu meinen Mitstreitern. 

 

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