Ja, ich bin Europameister!

Seit der Ironman-WM auf Hawaii habe ich ja keinen Blog mehr geschrieben und ich wollte es eigentlich auch nicht mehr, da die Homepage jetzt kostenpflichtig ist, aber ich breche damit.

Zu sehr bin ich von dem letzten Wettkampf überwältigt. Es fing ja mit den Altersklassensiegen bei den Ironman 70.3 in Barcelona und Kraichgau gut an, aber da stimmten aus meiner Sicht zwar die Platzierungen, aber mit den Zeiten war ich nicht zufrieden. Dies wurde auch durch die schlechte Zeit beim Triathlon in Gladbeck bestätigt. Gut war dagegen die Zeit in Steinbeck.

Nun ging es mal wieder nach Frankfurt zum Ironman und in meinem letzten Jahr der AK 50 (ja ich bin so alt) habe ich mir folglich nichts erhofft.

Umso überaschter wurde ich später! Beim Schwimmen war überraschend der Neo erlaubt, wobei ich es wirklicht nicht glauben kann, dass das Wasser nicht 24,5 Grad gehabt haben soll. Ich habe im Neo gekocht und meine Brille beschlug dermaßen, dass ich wiederholt komplett die Orientierung verloren habe und selbst neben mir schwimmende Triathleten nicht mehr sehen konnte. Ich musste immer wieder die Brille abnehmen und auch mit hochgeschobener Brille schwimmen, was ordentlich Zeit gekostet hat. Dazu die ganzen Schläge durch die von hinten aufschwimmenden Kollegen, da ich beim Abnehmen der Brille quasi stoppen musste, ätzend!

Da war die Zeit von 1:02 Stunde wirklich gut, auch wenn ich damit ziemlich abgeschlagen im Feld war. Auf dem Rad lief es deutlich besser. Auf einen Tacho hatte ich verzichtet und auch der Garmin blieb zu Hause, so dass ich komplett nach Gefühl gefahren bin. Auf beiden Runden hatte ich keinen Einbruch und konnte viele Plätze aufholen. Was mich sehr erfreut hat war, dass ich beim Überholen keine Probleme hatte. Keiner der überholten Triathleten hat sich bei mir hinten rein gehangen, zumindest nicht lange, so dass ich nie in die Gefahr kam, dass wenn sich ein Wettkampfrichter nähert, sich ein anderer für einen kurzen Moment vor mich setzt und ich dann so aussehe, als wenn ich Windschatten fahre. Dies kommt leider immer öfter vor! Aufgrund von 2 Baustellen wurde die Radstrecke zu den Vorjahren etwas verändert und war auch nur 177 km lang. So kam für mich mit 4:43 Std. auch eine neue Bestzeit heraus.

Hier möchte ich erwähnen, dass ich im Vorfeld ein Bike Fitting bei Bergetappe in Essen gemacht habe. Es war nicht das erste Bike Fitting für mich. Doch es war das erste Bike Fitting, bei dem ich wirklich eine positive Veränderung gemerkt habe und ich muss sagen, dass ich mich super wohl auf dem Rad fühle. Umso schöner, dass ich auch direkt eine Bestzeit herausfahren konnte. Vielen Dank dafür an Bergetappe!

Beim abschließenden Marathon habe ich direkt am Anfang von meinem Freund Dave erfahren, dass ich auf Platz 5 der AK 50 liege und somit habe ich beim Laufen sofort ein hohes Tempo eingeschlagen und lief mich auf den ersten beiden der vier Runden auf den ersten Platz vor. Dies war auch gut, denn ich wurde dann immer langsamer. Die erste Runde lief ich noch zwischen 4:15 und 4:25, auf der zweiten waren es schon um die 4:30 pro Kilometer und die letzten beiden ging es auf 4:45 bis 4:50 hoch. Die letzten beiden Kilometer stand leider sogar eine 5 vorne. Na gut, der Vorsprung auf meine Verfolger war extrem angewachsen, es waren nachher sogar um die 20 Minuten, unfassbar!

Erst als ich im Ziel war habe ich realisiert, dass ich mit 9:06 Std. eine neue persönliche Bestzeit aufgestellt hatte.

Somit wurde ich wie schon 2014 Europameister der Altersklasse M50 und hatte den Slot für die Ironman-WM auf Hawaii sicher. Ich war unglaublich glücklich und auch etwas stolz auf die erbrachte Leistung.

Wer mich kennt der weiß, dass ich mich nachher schon etwas darüber geärgert hatte, dass ich diese blöden Probleme beim Schwimmen hatte und auch, dass ich beim Laufen zum Schluss etwas eingebrochen bin. Dies war ein Tag, an dem selbst ich eine sub9 Stunden hätte schaffen können. Der Traum für sehr viele Triathleten!

Dennoch war und bin ich überglücklich und zufrieden!

Vielen Dank an meine Frau Claudia, für die Unterstützung bei eigentlich allem und die endlose Geduld mit mir!

Vielen Dank an die vielen Anfeuerungen entlang der Strecke, insbesondere von meinem Vereinskollegen Marcel Mandel und seiner Schwester für die Unterstützung. Vielen Dank an meinen Glücksbringer Lennart, der auch für mich angereist ist. Seine Anwesenheit und Motivation hat bislang immer für gute Ergebnisse gesorgt! Gleiches gilt für meine guten Freunde Maria und Dave Ciaverella die aus Portland nach Deutschland gereist sind und es extra so abgestimmt haben, um Claudia und mich zu sehen und mich zu supporten, was sie hervorragend gemacht haben. Ihr seid super! Wir freuen uns jetzt schon darauf, euch hoffentlich bald wiederzusehen!

Ganz besonders möchte ich meine „Medizinabteilung“ erwähnen. Dies sind mein guter Freund Dr. Klaus Kriegel und die gute Seele Dr. Martin Waszinski. Klaus ist Heilpraktiker in Straelen, aber durch seine medizinische Ausbildung meiner Meinung nach besser als die meisten Ärzte, da er zuhört, was man hat und auch auf psychische Probleme des Sportlers eingeht. Martin ist Chefanästhesist im Uerdinger Krankenhaus und u. a. Mannschaftsarzt vom KEV, aber er ist so aktiv, dass ich das gar nicht alles auflisten will. Dazu ist er eigentlich für jeden ständig erreichbar, egal welches Problemchen einen belastet. Ihr seid beide unglaublich und ich bin froh, euch als Freunde zu wissen. Vielen Dank für eure rundum sorglos Betreuung!

So, und jetzt beginnt die Planung für den Trip nach Hawaii, meine vierte Teilnahme bei der dortigen WM.

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