Deutscher Meister! Nein doch nicht!

Was für ein Tag! Es lief alles super und ich konnte auf dem vorletzten Kilometer den bislang  Führenden in meiner Altersklasse überholen und lief überglücklich als Erster der AK 50 ins Ziel. Deutscher Meister über die Mitteldistanz beim traditionellen Allgäu Triathlon, dachte ich!

Tja, bis die Ergebnislisten kamen und wir mich nicht gefunden haben. Meine Frau und ich haben sofort reklamiert und es wurde uns gesagt, dass ich wohl auf der Liste geführt werde. Wieder nachgesehen, nichts! Bis man mir dann gezeigt hat, dass ich bei der Elite stehe! Ich, als 54-jähriger soll mich für die Elite angemeldet haben. Und jetzt, wo ich dort natürlich unter ferner liefen gelandet bin, da würde ich jetzt versuchen, in die AK zu wechseln, da ich da ja Erster geworden bin, unglaublich!

Dann ging es los. Die Wettkampfrichter sagten mir zu, dass dies geändert werden kann und ich dann in der AK 50 geführt werde. Ja, aber nur bis sie hörten, dass ich die AK 50 gewonnen hatte. Dann ging es plötzlich nicht mehr, weil dann ja die, die jetzt vorne stehen, sich beschweren könnten. Der oberste Wettkampfrichter wurde gerufen und er berief sich auf die Statuten und dass, wenn man sich bei der Elite anmeldet, man auch dort geführt werden muss. Prinzipiell ja auch richtig, aber ich habe mich nicht für die Elite gemeldet!

Natürlich habe ich gesagt, dass ich mich nicht für die Elite angemeldet habe. Doch mein Reden wurde nicht erhört und mein Protest abgewiesen. Ein Blick in die spätere Ergebnisliste zeigt, dass dort einige ältere Athleten mit langsamen Zeiten bei der Elite erscheinen und ich habe wirklich große Zweifel daran, dass sie sich bei der Elite angemeldet haben! Traurig und sauer sind wir sofort von der Veranstaltung weg und sind noch in der Nacht abgereist.

Dabei war es ein so schöner Wettkampf. Endlich hatte der Veranstalter mal Glück mit dem Wetter, auch wenn es in beiden Nächten zuvor Gewitter mit teils Starkregen gab. Dies hatte aber den positiven Effekt, dass sich der See um mehr als 5 Grad in 2 Tagen abgekühlt hatte und somit der Neo erlaubt war. Die Startgruppen waren überschaubar und es zog sich recht schnell auseinander. Das Wasser war überraschend tief grün und mit vielen Algen, aber ich konnte mich dennoch gut orientieren.

Als 10. der AK kam ich aus dem Wasser und dann ging es auf die überaus anspruchsvolle Radstrecke. Nach 2-3 km kam die erste 600 Meter Rampe mit 17-18 % Steigung. Nach einem längeren welligen Stück folgten ca. 5 km mit durchweg 9 % Steigung. Danach kam eine schöne Abfahrt und ein längeres leicht abschüssiges Stück, bevor es erneut nach oben ging, aber ohne wirklich steil zu werden. Zum Schluss eine schöne Abfahrt zur Wechselzone, aber wir durften diese schöne Radrunde ja noch ein zweites Mal fahren. Auf dem Rad fühlte ich mir sehr gut und konnte auf Platz 4 nach vorne fahren.

Also schnell die Laufschuhe an und mal schauen, was nach vorne noch geht! Zunächst liefen wir 6 km zu einem Wendepunkt und kamen nach ca. 200 Höhenmetern bei Kilometer 13 wieder zurück und mussten dann den sogenannten Kuhsteig hinauf. Eine Wiese, wo wirklich normalerweise die Kühe hoch getrieben werden. Dieser ca. 300m lange Anstieg hatte es richtig in sich! Es war nicht wirklich ein Laufen in den steilen Passagen, auch wenn ich versucht hatte, zumindest eine Art Laufbewegung beizuhalten.

Rückweg vom Wendepunkt

Dann ging es hinunter nach Immenstadt und ich kam wieder gut in den Laufrichtung. Nach der Wende um den Marktplatz ging es wellig zurück und ich setzte alles auf eine Karte und schaffte es auf dem vorletzten Kilometer, den bis dahin in der Altersklasse Führenden ein- und zu überholen. Mutig stürmte ich weiter, damit er sich nicht an meine Fersen heften konnte und lief überglücklich ins Ziel! Tja, bis dann der Schock kam.

Derzeit prüfe ich, ob es noch eine Möglichkeit gibt, irgendetwas zu erreichen, denn der Fehler lag meiner Meinung nach nicht bei mir! Ich weiß ja nicht, ob ich mit meiner Meinung alleine da stehe. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn ihr euer Statement dazu abgeben würdet!

Ein Kommentar

  • Wolfgang Weidner

    Herzlichen Glückwunsch, Uwe zu deiner tollen Leistung. Mir tut es unglaublich leid, dass Dir der Lohn Deiner Leistungen vorenthalten wird.

    Ich hoffe , dass Dein „Fall“ die Funktionäre und Veranstalter zum Nachdenken veranlasst und die für mich nicht nachvollziehbare Anmeldeprozedur für Veranstaltungen dieser Art ändern.

    Ganz lieben Gruß ???

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.