„Nur“ noch Hawaii!

Oh Mann, was sind wir fertig! Nein, nicht von dem Ironman 70.3 gestern in Binz auf Rügen sondern von der Heimfahrt. Weil Claudia heute arbeiten muss, sind wir noch nach Siegerehrung und Slotvergabe um 21:45 Uhr nach Hause gefahren. Tja, und dann hat uns in der Höhe von Wismar unser Auto verlassen. Es wurde immer langsamer und wir rollten noch so gerade auf einen Rastplatz, da war auch schon der Motor aus. Shit! Also kam der ADAC, der uns dann nach Wismar geschleppt hat und von dort ging es dann mit einem Leihwagen nach Hause, wo wir dann morgens um 6 Uhr ankamen. Kurz auspacken und dann durfte Claudia schon zur Arbeit fahren. Das war das Ende von unserer Reise nach Rügen!

Aber der Reihe nach. Der Samstag hatte sich schon mit einer deutlichen Wetterbesserung verabschiedet und es gab eine sternenklare Nacht. Trotzdem war es bereits morgens nicht so kalt wie die Tage vorher und es war endlich sonnig. Entsprechend gut gelaunt ging es morgens nochmal in die Wechselzone und dann langsam zum Start, alles keine weiten Wege.

Das Meer zeigte sich ebenfalls wunderbar flach und hatte um diese Zeit gemessene 17,32 Grad. Wie bei so vielen Ironman Veranstaltungen gab es auch auf Rügen einen Rolling Start (es wurden immer nur 3 Starter zeitgleich ins Wasser gelassen) und ich hatte mich zu weit hinten einsortiert, so dass es eine Ewigkeit dauerte, bis ich endlich ins Wasser durfte.

Bei Ebbe ist es dann ein ziemlich langer Weg bis ins tiefere Wasser. Dort habe ich dann auf den ersten Metern deutlich gemerkt, dass die Ostsee nur gut 17 Grad hatte. Doch nach ein paar weiteren Schwimmzügen war es sehr angenehm zu schwimmen und ich fand einen guten Rhythmus. Auch die Quallen haben mich nicht gestört. Nach knapp 32 Minuten reiner Schwimmzeit war der erste Part erledigt und ich lief die ca. 800 Meter die Straße hoch zur Wechselzone, in der man weitere 400-500 Meter zu laufen hatte. Trotz der vielen Steine und dem langen Barfußlaufen klappte alles gut und ich wechselte recht zügig.

Die 2 Runden á 45 Kilometer auf dem Rad hatten keine großen Steigungen. Pro Runde waren vier kleinere Hügel drin, die aber flüssig zu fahren waren. Der Wind war weitaus schwächer als die Tage zuvor und so konnte man schön auf dem Auflieger liegen, Gas geben und überholen. Es hat einfach nur Spaß gemacht. Weder um mich herum noch bei den mir entgegenkommenden Fahrern habe ich Windschattenfahren gesehen, was mich aufgrund der meist flachen Strecke sehr gewundert hat. Auf dem Rad konnte ich mich ein gutes Stück nach vorne fahren und legte in der Wechselzone einen zügigen Wechsel hin.

Der Übergang zum Laufen hat gut geklappt und ich fühlte mich noch richtig frisch. Claudia sagte mir kurz nach dem Laufstart, dass ich 5 Minuten und 4 Minuten Rückstand auf den Ersten bzw. Zweiten meiner Altersklasse M50 hätte. Dies bedeutete für mich, dass ich jetzt alles geben musste. Trotzdem habe ich während des ganzen Laufes nicht einmal auf die Uhr gesehen. Die Laufstrecke waren 2 1/2 Runden. Auf den ersten beiden Runden gab es eine schöne Rampe mit einer 11%igen Steigung. Insgesamt war die Laufstrecke schon ein wenig anspruchsvoll. Aber mir kamen meine Bergintervalle der letzten Wochen sehr entgegen. Auf der zweiten Laufrunde hatte ich nach Claudias Angabe noch gut eine Minute Rückstand und ich wusste, dass ich das Tempo halten musste, um die Altersklasse gewinnen zu können.

Nach einer Laufzeit von ca. 1:25 Stunden bog ich auf die Zielgerade ab und freute mich wahnsinnig über den Wettkampf. Im Ziel wurde ich von dem Ersten der Altersklasse begrüßt und ich stutzte ein wenig und gratulierte brav. Claudia sagte mir dann, dass  Frank Gehse zwar als erster ins Ziel gekommen war, aufgrund des Rolling Starts aber mehr als 5 Minuten vor mir ins Wasser gegangen war und somit nicht gewonnen hatte. Dies ist der große Nachteil des Rolling Starts, dass nicht unbedingt der gewinnt, der als erster die Ziellinie überquert. Ich habe mich dann mal so richtig über den Sieg gefreut. Somit hatte ich bei der German Tour 2017 (3 Wettkämpfe, bestehend aus Ironman 70.3 Kraichgau, Ironman Frankfurt und Ironman 70.3 Rügen) immer meiner Altersklasse gewinnen können.

Die Zugabe habe ich mir nach der Siegerehrung gegönnt, wo ich den Slot für die Ironman 70.3 Weltmeisterschaft 2018 in Süd-Afrika angenommen habe. Eine Reise, auf die sich auch meine Frau Claudia sehr freut! Also eigentlich ein wundervoller Tag, der dann leider durch die Panne auf der Rückreise getrübt worden ist.

Vielen Dank an alle, die mich auf dem Weg zum Sieg auf Rügen unterstützt haben und an alle, die mir die Daumen gedrückt haben und vielleicht auch ein wenig mit dazu beigetragen haben, dass es mit dem Wetter so geklappt hat!

Jetzt habe ich nur noch einen Triathlon dieses Jahr vor der Brust, die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii und ich hoffe darauf, dass es ein wirklich schöner Saisonabschluss für mich wird.

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