Quali für Ironman-WM auf Hawaii geschafft!

Eine Woche Lanzarote. Viele verbinden damit wohl Strand, Sonne und Urlaubsstimmung. Für mich heißt das Ironman und zwar ein ziemlich heftiger!

Am 22. Mai ging es für meine Frau Claudia und mich mit dem Flieger auf die Kanarische Insel Lanzarote, denn am 26. Mai fand die jährliche Austragung des dortigen Ironmans statt. Im Vorfeld stand noch einmal Radeln, Laufen und zweimal Schwimmen auf dem Programm. Nach der intensiven Vorbereitung schon fast Urlaub. Das Wetter zeigte sich meist von seiner schönen Seite, denn es war tagsüber um die 22-23 Grad warm, überwiegend sonnig und der für Lanzarote befürchtete Wind wurde in der Woche erst allmählich heftiger.

Das Schwimmen in der Bucht von Puerto Del Carmen ist fast eine Wohltat. Morgens ist der Wind noch nicht so heftig und der Wellengang ist zu vernachlässigen. Für den Wettkampftag hieß es 2 Runden á 1900 Meter mit einem ca. 50m langen Landgang.

Leider wurde aus meiner Sicht ein Massenstart durchgeführt, was mal wieder zu einer wüsten Prügelei bis zur ersten Boje geführt hat. Danach wurde es erträglicher. Im Gegensatz zu vielen anderen Ironman sind auf Lanzarote „nur“ 1800 Athleten am Start, trotzdem wäre das Schwimmen mit einem „rolling start“ erträglicher gewesen.

Die zweite Disziplin, das Rad fahren, ist aufgrund der vielen Anstiege mit ca. 2500 Höhenmeter das Highlight des Wettkampfes, weshalb diese Veranstaltung als einer der härtesten Ironman der Welt gilt. Die Radstrecke wurde an ein paar Passagen geändert und die einhellige Meinung aller Starter, mit denen ich nach dem Wettkampf gesprochen habe, war, dass die neue Radstrecke schwieriger geworden ist. Also noch schwieriger!

Leider hatte ich auf dem Rad technische Probleme, ähnlich wie im Oktober auf Hawaii. Die Kette wurde beim Schalten abgeworfen, die Kette sprang auf dem größten Blatt und die Bremse lag am Rad und dies, obwohl ich das Rad vorher extra noch zum Check abgegeben hatte. Das war wirklich sehr ärgerlich, weil das überflüssigerweise Zeit gekostet hat.

Auf dem ersten Drittel bin ich das Radeln locker angegangen, da es die Radstrecke über die gesamte Distanz in sich hat. Im Mittelteil kommt der schwere Part mit langen Gegenwindpassagen und den Anstiegen nach Haria und Mirador del Rio. Da kann ich mich nicht zurückhalten. Da muss ich alles geben, um das einigermaßen vernünftig absolvieren zu können. Im letzten Drittel heißt es dann, alles was noch geht. Insbesondere in diesem Teil habe ich viele gesehen, die sich zuvor zu sehr ausgepowert haben und eingebrochen sind.

Nach einem guten Wechsel zum Laufen konnte ich direkt zügig loslaufen und fühlte mich zunächst richtig wohl, was sich aber sehr schnell geändert hatte. Ich denke, dass es daran gelegen hat, dass ich unterwegs viel zu wenig getrunken hatte. Die Oberschenkel haben dann sehr schnell „zu gemacht“ und ich befürchtete, dass ich Krämpfe bekomme. Durch Claudia und weitere Freunde und Bekannte wurde mir von Anfang an gesagt, wie ich liege und wie die Abstände sind. Da ich zu dem Zeitpunkt in meiner Altersklasse M 55 geführt habe und der Abstand auf den zweiten Platz immer größer wurde, konnte ich auf die Probleme in den Oberschenkeln eingehen und das Tempo immer weiter herausnehmen, ohne dass der Abstand geringer wurde. Somit konnte ich insbesondere die zweite Hälfte des Marathonlaufs beruhigt angehen und musste nur darauf achten, dass ich durchlaufe und die Muskulatur bis zum Ende mitspielt.

So wurde es ein recht ungefährdeter Altersklassensieg, der den Slot für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii bedeutete. Von daher war es zwar eine schlechte Zeit aufgrund der langsamen Laufzeit, aber trotzdem eine super Sache, da Claudia und ich nun unseren 10. Hochzeitstag dort feiern können, wo wir geheiratet haben, auf Hawaii!

Absolut toll war die Unterstützung auf der Strecke von meinen Freunden und Bekannten, mit denen wir auch nach dem Wettkampf noch eine super Zeit hatten.

In den nächsten Wochen und Monaten stehen noch einige große und kleine Wettkämpfe an, so dass ich jetzt schauen muss, dass ich mich schnell von dieser Anstrengung regeneriere. So einen Tag nach dem Ironman Lanzarote bin ich der Meinung, dass dieser Wettkampf die bislang härteste Langdistanz meiner Karriere war. Umso froher bin ich über den Sieg und die Quali für Hawaii.

Auch auf diesem Weg vielen Dank an alle Helfer vor Ort, aber auch an alle, die zu Hause die Daumen gedrückt haben. Insbesondere möchte ich mich bei Klaus Kriegel und Nicole Desinger für die gesundheitliche Betreuung zu Hause und bei Uwe Scholz und Andreas Wind für das Supporten vor Ort bedanken. Nicht zu vergessen natürlich meine Familie und insbesondere Claudia, ohne die das alles sowieso nicht gehen würde und IMMER einen riesen Anteil an meinen Erfolgen hat!

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