Saison 1996

Bei meinem ersten Triathlon, der in Neuss stattfand, verlor ich direkt beim Schwimmen die Orientierung und geriet in die Richtung der mir entgegenkommenden Spitze, die mir unfreundlich den richtigen Weg wies. Mit einem Riesenrückstand ging ich auf die Radstrecke und versuchte, Zeit gutzumachen. Mittlerweile setzte extremer Starkregen ein und als ich vom Rad kam, wurde gesagt, dass der Wettkampf nicht gewertet würde, da die elektronische Zeitnahme ausgefallen sei.

In der Wechselzone mussten alle Starter ihre Sachen zusammensuchen, da sie durch Regen weggespült waren.

Kein schöner Auftakt für meine Karriere als Triathlet!

Krefelder Triathlon
Krefelder Triathlon

Dennoch hatte ich Blut geleckt und startete beim Krefelder Volkstriathlon. Beim Brustschwimmen verlor ich natürlich soviel Zeit, dass ich einen entsprechend großen Rückstand hatte, den ich auf dem Rad und beim Laufen nicht kompensieren konnte. Damals war ich auf einem reinen Rennrad mit Stahlrahmen unterwegs.

 

Im nächsten Monat wurde durch einen krankheitsbedingten Ausfall meines Vereinskameraden Volker Treder ein Startplatz in Xanten frei und ich startete unter seinem Namen. Es gab da noch die Nibelungendistanz, eine verkappte Mitteldistanz.

Schnell zeigte sich, dass diese Distanz für mich noch zu groß war und ich kam ziemlich weit hinten ins Ziel.

 
Krefelder Triathlon mit meiner Mutter
Krefelder Triathlon mit meiner Mutter
 
 
 
Triathlon Xanten
Triathlon Xanten
 Läuferisch warteten mit dem Kö-Lauf in Düsseldorf und dem Marathon in Frankfurt 2 weitere Events auf mich.

 

Der Kö-Lauf ist ein 10 km Lauf mit internationaler Besetzung, doch ich wagte mich, im Hauptlauf anzutreten. Mit einer Zeit knapp über 37 Minuten war ich gar nichts so schlecht für meinen allerersten 10 km Lauf.

 

In Frankfurt kam es dann zu meinem ersten Marathon. Mit Peter Terheggen fuhr ich nach Frankfurt. Wir liefen sehr oft zusammen und auch auf dem Rad trainierten wir viel zusammen. Er könnte vom Alter mein Vater sein, aber wir haben ein freundschaftliches Verhältnis und trafen uns auch später öfters zum Laufen und Rad fahren, aber auch privat mit unseren Familien. Er ist eins meiner großen Vorbilder und zeigt mir, wie fit man durch Sport bleiben kann und vor allem, dass der Sport die Generationen verbindet und man so auch toleranter gegenüber jüngeren und auch älteren Menschen sein sollte, also ist er nicht nur ein Vorbild in sportlicher Sicht!

 

Die Nacht hatten wir in einer Sporthalle geschlafen, was sich als Fehler herausgestellt hatte, denn an ein Schlafen war bei den vielen anderen Leuten, die ebenfalls sehr unruhig waren, nicht zu denken.

 

Peter ließ sich am Start dazu verleiten, mit mir mitzulaufen und wir gingen die erste Hälfte viel zu schnell an. Wir beide mussten dem Tempo schnell Tribut zollen und brachen in der 2. Hälfte ein. Mit einer Zeit knapp unter 3:30 Std. war ich aber dennoch zufrieden und ich war stolz, meinen 1. Marathon gefinisht zu haben. Peter musste leider aufhören, was ihm ansonsten nicht passiert wäre und es zeigte mir wie wichtig es war, „sein“ Tempo zu finden und sich nicht verleiten zu lassen, mit anderen mitzulaufen.

 

Insgesamt war ich glücklich, dass ich in die Triathlonabteilung des SC Bayer 05 Uerdingen eingetreten war, da ich dort nicht nur Trainingspartner, sondern auch Freunde gefunden habe, die mich auf meinem weiteren Weg begleiteten.