Saison 2003

Die beiden Winterlaufserien in Duisburg und Nettetal liefen beide für mich sehr gut und auch die Platzierungen waren top. Der anschließende Halbmarathon in Flüren war auch gut. Wegen dem Ironman auf Lanzarote lief ich keinen Frühjahrsmarathon.

In diesem Jahr absolvierte ich schon Ende Mai einen Ironman und nachdem ich im Jahr zuvor beim Ironman Frankfurt ja trotz Qualifikation zur Ironman WM Hawaii nicht den Slot gelöst hatte, wollte ich dieses in diesem Jahr unbedingt nachholen. Von daher war der Druck für mich größer als bei den Rennen zuvor, denn dieses Ziel hatte ich bislang nicht.

Die Saison startete beim Triathlon in Buschhütten und ich weiß nicht warum, aber dies ist nicht mein Wettkampf. Auch in diesem Jahr lief es eigentlich in allen 3 Disziplinen nicht und ich wurde nur 55, konnte aber in der Altersklasse noch den 3. Platz erreichen.

Dann war es schon soweit und ich flog nach Lanzarote. Meine Eltern begleiteten mich und sahen mich zum ersten  Mal bei einem Ironman.

Es war für mich das erste Mal, dass ich bei einem Wettkampf im offenen Meer schwimmen musste, aber es gefiel mir gut. Die Starterzahl war nicht so hoch, wie bei anderen Ironman und somit ging es beim Start recht human zu.

Der Ironman auf Lanzarote gilt ja als derjenige mit der härtesten Radstrecke und ich kannte sie nur von einem Trainingslager aus dem Jahr 1997. Meine Erinnerung zeigte mir, dass ich mich nicht verschätzt hatte, denn sie hat wirklich einiges an Höhenmetern zu bieten. Bei angenehmen Temperaturen und einem für Lanzarote nicht zu starken Wind machte ich mich auf die 180 km und merkte bei den Anstiegen, dass ich mich 2 Tage zuvor bei einem Sturz in der Appartement-Anlage auf Lanzarote am Knie geprellt hatte. Ich versuchte mich davon nicht beirren zu lassen, hatte aber dennoch meinen langsamsten Radsplitt bisher.

Das Laufen findet an der Promenade von Puerto Del Carmen statt und es waren 2 Laufrunden á 21,1 km zu absolvieren. Durch die Beschriftungen konnte ich erkennen, wer in meiner Altersklasse war und ich achtete bewusst darauf und war gut auf Kurs. Ich konnte so laufen, dass ich einen Quali-Platz sicher hatte und zog es auch so durch. Das Endergebnis war mir total egal, ich achtete nur auf diese Platzierung.

Entsprechend groß war unsere Freunde im Ziel. Dieses Rennen sicherte meiner Freundin Claudia und mir die Reise nach Hawaii. Am nächsten Tag bei der Slotvergabe machte ich den Sack zu und bezahlte das Startgeld.

Rheda-Wiedenbrück

Rheda-Wiedenbrück

Nach kurzer Pause stand wieder der Ligaalltag im Vordergrund, bis ich am 6.7. in einer Staffel für das Biestmilch-Team. Hier wird die Langdistanz auf 3 Starter aufgeteilt und ich ging als Radfahrer an den Start.

 

Im Vorfeld waren uns die Biestmilch-Produkte kostenlos zur Verfügung gestellt worden, aber trotz diesem Support gelang mir nur eine Zeit von 05:10 Std. Dennoch hatte es Spaß gemacht, auf dieser Art an der Challenge in Roth teilzunehmen.

Ligawettkampf Witten

Die weiteren Wettkämpfe verliefen für mich gut, wobei ich insbesondere in Hückeswagen und Sassenberg mehr erwartet hatte. Doch wartete ja mit der WM auf Hawaii noch ein großer Wettkampf auf mich und daher hatte ich mehr für eine Langdistanz trainiert.

Im Oktober flogen Claudia und ich dann nach Hawaii. Es war meine erste Fernreise und ich war gespannt darauf, was uns erwartete. Die extrem lange Reise machte mir überraschend wenig aus. „Unser“ Hotel hieß Kona Ressort und war schon etwas verwohnt. Das ganze Verhalten der ganzen qualifizierten Triathleten und deren Angehörige und Freunde vor Ort konnte einen schon ganz schön nervös machen, da sie alle trainierten wie die Wahnsinnigen. Wenn ich morgens aufwachte und vom Balkon sah, liefen schon Horden von Triathleten den Ali´i Drive hoch und runter und dies teilweise mit einer Geschwindigkeit, die ich im Wettkampf nicht würde laufen können. Ich versuchte mich davon nicht anstecken zu lassen, aber machte wohl doch etwas zu viel.

Der Wettkampf startete traditionell in der schönen Bucht in Kailua-Kona und wie jeden Tag wartete schon die Wasserschildkröte auf die Teilnehmer, die wohl wirklich jeder von den Probeschwimmen kannte.

 

Obwohl weit gefächert war der Schwimmstart eine Katastrophe. Jeder versuchte sich einen Platz zu erkämpfen und da insbesondere meine Schwimmzeit eine Zeit ist, die wohl die meisten schwimmen, zog es sich auf der gesamten Schwimmstrecke nicht auseinander. Ich war mehr als froh, als ich aus dem Wasser kam.

 

Die Radstrecke ist wie die Schwimm- und Laufstrecke langweilig. Im Großen und Ganzen schwimmt, fährt und läuft man in eine Richtung und dann kommt man wieder zurück. Kein Rundkurs, kaum Abwechslung, dafür das Gefühl des Backofens, da sich die Straße aufgrund ihrer Herstellungsart sehr aufheizt und es einem wie Ober- und Unterhitze vorkommt. Nie zuvor hatte ich so viel getrunken, wie hier auf der Radstrecke. Noch auf dem Weg nach Hilo, wo der Wendepunkt war, gab mein Tacho aufgrund der Hitze den Geist auf und ich fuhr nach Gefühl. Bei diesem Start ging es mir nicht um eine Platzierung, sondern nur ums Ankommen. Bei meiner ersten WM wollte ich auf jeden Fall das Ziel erreichen! Somit ließ ich genug Körner für das Laufen, denn hier musste ja auch noch das Energy-Lab durchquert werden, eine besonders heiße Stelle, wo der Wendepunkt der Laufstrecke ist. Insbesondere auf der 2. Hälfte machte mir die Hitze immer mehr zu schaffen und ich wurde immer langsamer. Dennoch war mir klar, dass wenn ich keine Verletzung erleiden würde, ich auf jeden Fall das Ziel erreichen würde.

Nach knapp unter 10:10 Std. kam ich als sogenannter Daylightfinisher ins Ziel und war überglücklich.

Es folgte noch ein schöner Urlaub und wir flogen von Big Island noch zur Nachbarinsel Maui.

Eine gute Saison endete für mich mit diesem Höhepunkt!