Saison 2010

Schon früh im Jahr flog ich mit den „üblichen“ Verdächtigen zum Trainingslager auf Mallorca. Über Karneval ist es zwar nicht sommerlich warm, aber gegenüber dem Wetter in Deutschland konnte ich ein ordentliches Trainingspensum runterspulen und mich für die kommenden Aufgaben vorbereiten.

Zum ersten Mal bekam ich die Möglichkeit als Radguide zu fungieren. Mein Vereinskollege Olaf Sabatschus bot ein eigenes Trainingslager an und suchte dafür entsprechendes Personal. Zu meiner Freude berücksichtigte er mich auch und so ging es für 3 Wochen nach Fuerteventura.

Außer uns waren noch Andreas Rehn, Karsten Kunkel und Kelzie Beebee als Radguides und Jörg Mikoleit als Schwimtrainer  vor Ort. Kelzie kommt aus den USA und ist schon eine ganz spezielle Person. Mit ihr hatten wir sehr viel Spaß. Außer auf dem Rad war sie auch für das Stabi-Training verantwortlich. Natürlich haben wir auch die einzelnen Trainingsgruppen beim Laufen begleitet.

Das Straßennetz auf Fuerteventura ist sehr spärlich, so dass wir auch ohne Navi sehr schnell die Straßen kannten und nach 5 Tagen Eingewöhnungszeit führten wir unsere Radgruppen. Jörg hielt sich dabei urück, da er sich als ehemaliger Schwimmprofi und Bundesligatriathlet des SC Bayer 05 Uerdingen auf das Schwimmtraining konzentrierte.

Im Gegensatz zu vielen anderen Trainingslagern lag derr Schwerpunkt auf allen 3 Distanzen und ein fast familiäres Miteinander. Dies führte auch dazu, dass sich richtige Freundschaften bildeten. Nach Abschluss des Trainingslagers waren wir Radguides begeistert von den Teilnehmern und es hatte uns allen einen Riesenspaß gemacht!

Insbesondere mit Anja und Sven, sowie Uwe und Ellen haben Claudia und ich uns richtig gut angefreundet.

Im Rahmen des Radrennens in Uedem fand auch ein Jedermannrennen der Polizei statt, wo ich natürlich nicht fehlen durfte. Es war eine kleine Runde mit gut zu fahrenden Kurven und mir gelang dies immer besser. Radrennen kannte ich ja bislang nicht und war sehr überrascht, dass ein 3. Platz dabei für mich heraus sprang.

 

Im Mai folgte dann ein Duathlon in Mönchengladbach. Nur einen Tag später startete ich beim Triathlon in Versmold und bei beiden Veranstaltungen konnte ich die Altersklasse gewinnen. Ende Mai folgten noch 2 weitere Triathlon in Gladbeck und Aachen und insbesondere der Altersklassensieg in Gladbeck freute mich, da ich somit Revanche für meine Niederlage aus dem Jahr 2008 nehmen konnte.

Der Juni stand im Vorzeichen der Vorbereitungen auf die Challenge Roth, da dort die Deutschen Altersklassenmeisterschaften ausgetragen werden sollten. Doch trotz der langen Trainingsintervalle konnte ich bei der Mitteldistanz in Harsewinkel den 1. und bei der Mitteldistanz in Bonn den 2. Platz der Altersklasse erreichen.

 

Es folgten Einsätze in der Regionalliga in Steinbeck und der Mastersliga in Saerbeck, die von mir gut absolviert wurden.

In Roth kamen wir wieder bei der Familie Harrer unter, wo wir schon zweimal gastieren durften. Erneut wurde es ein sehr schöner Aufenthalt.

Am Wettkampftag hatten wir gute Bedingungen. Es war sommerlich, bei angenehmen Temperaturen und der Wind war nicht so stark, wie ich es befürchtet hatte.

Ich hatte dieses Mal den Vorteil, dass ich direkt nach den Profis starten durfte. In Roth wird ja in „Wellen“ gestartet, je nachdem, mit welcher voraussichtlichen Ankunftszeit man gemeldet hatte. Da ich als Nachrücker einen Platz erwischt hatte, landete ich in der „Sub 9“-Gruppe, also diejenigen, die den Wettkampf unter 9 Stunden beenden wollen oder können. Derjenige, der mich da reingesteckt hatte, kannte mich entweder nicht oder glaubte, dass ich über mich herauswachsen könnte.

Beim Schwimmen im Kanal fühlte ich mich gut, fand schnell meinen Rhythmus, aber wie so oft schaffte ich es nicht, einen guten Wasserschatten zu finden.

Dies bedeutet, dass man sich direkt hinter jemanden hängt, der ein bisschen schneller als man selber schwimmt und von dessen Wasserschatten profitiert. Etwas, was ich einfach nicht kann, obwohl es regulär und nicht wie das Windschattenfahren, verboten ist. Eine Zeit knapp unter einer Stunde sprang für mich heraus, was für mich schon sehr gut ist.

Der Wechsel verlief problemlos und durch die frühe Startzeit hatte ich nur die Profis und ein paar Jungs aus meiner Startgruppe vor mir. Nein, da es alles „Sub 9“ Starter waren, waren wohl fast alle aus meiner Startgruppe vor mir. Mich erwartete ein sehr entspanntes Rad fahren was daran lag, dass ich quasi für mich fahren konnte. Die vor mir waren zu gut, als dass ich sie hätte einholen können und die hinter mir konnte ich größtenteils auf Distanz halten. Nur ein paar Staffelfahrer, die wohl „reine“ Radfahrer waren, kamen an mir vorbei. So orientierte ich mich stur an meine Zeiten und war nach unter 5 Stunden vom Rad. Somit lag ich gut auf Kurs für eine Zeit um die 9:15 Std. die mir eine gute Platzierung in der Altersklasse 45 bescheren könnte.

Nach einem guten Wechsel konnte ich zügig loslaufen und hatte keinerlei schwere Beine. Schnell kam ich in einen Laufrhythmus und ich hoffte, dass ich das Tempo halten könnte. Die Laufstrecke am Kanal kannte ich von meinen 3 früheren Starts, als der Wettkampf in Roth noch zur Ironman-Serie gehört hatte. Bislang war ich dort nicht in der Lage gewesen, konstant zu laufen und brach zum Schluss etwas ein. Im Vorfeld hatte ich mich öfters mit meiner Trainerin Anke Melzig gerade über die mentalen Aspekte unterhalten und ich dachte an diese Gespräche.

 

Zwar wurde ich dennoch etwas langsamer, aber nicht, wie in den Jahren zuvor. Schon 2009 beim Ironman in Brasilien konnte ich relativ konstant laufen und es sollte auch dieses Mal klappen.

 

Zwischenzeitlich wurden alle Starter des SC Bayer 05 Uerdingen von unserem Abteilungsleiter Dieter Hofmann aufgemuntert, der mit dem Rad unterwegs war und allen Zwischenzeiten und motivierende Worte mit auf den Weg gab.

Matthias - Rasmus - Uwe

Matthias – Rasmus – Uwe

Relativ kurz vor dem Ziel konnte ich einen anderen Starter unseres Verein, Matthias Epping, einholen. Dieser hatte sich in den letzten Jahren sehr gut weiterentwickelt und war dabei, seine erste Langdistanz zu finishen, lag auch zwischenzeitlich sehr weit vorne, musste aber dem Höllentempo, das er auf dem Rad hingelegt hatte, etwas Tribut zollen. Da er dann an mir dran blieb, hoffte ich, dass ich ihn mit meinem Überholvorgang etwas motivieren konnte. Mit einer für mich guten Laufzeit von unter 3:10 Std. kam ich ins Ziel und war mir da noch nicht bewusst, was dieses Ergebnis in der Altersklasse bedeutete, da ja in den folgenden Startwellen die meisten Athleten der Altersklasse M 45 waren.

Somit erfuhr ich erst später, dass sowohl Matthias als auch ich unsere Altersklassen gewinnen konnten und es folgte eine richtig schöne Siegerehrung mit Chrissie Wellington als Gesamtsiegerin und Rasmus Henning als Gesamtsieger. Rasmus war ja früher selber als Starter für den SC Bayer 05 Uerdingen unterwegs.

 

Nach dem für mich fantastischen Ergebnis in Roth standen zunächst wieder die schon bekannten Wettkämpfe an.

Senioren in Sassenberg

Senioren in Sassenberg

Die Wettkämpfe waren in Sassenberg, Rheine und Hückeswagen, aber im Training trainierte ich insbesondere viel auf dem Rad, weil ich noch ein Jedermannrennen auf dem Nürburgring bestreiten wollte.

Team Nürburgring

Team Nürburgring

Claudia und ich fuhren mit der Radsportgruppe zum Nürburgring und die Ansprüche waren unterschiedlich. Außer dem Radrennen planten wir auch noch 2 Ausfahrten in der schönen Gegend.

Das Rennen selber verlief für uns sehr unterschiedlich und nicht alle sollten das Ziel erreichen.

Ich konnte anfangs die Spitze halten, aber bei 7 Runden auf diesem Kurs, insbesondere der „hohen 8“, musste ich die Spitze ziehen lassen, war aber mit dem Ergebnis zufrieden.

Xanten, Ratingen und Goch waren die abschließenden Triathlon in dieser Saison, mit der ich sehr zudrieden war.

Mein Jahresabschluss fand in Dresden beim Marathon statt. Dort traf ich mich auch mit meinem Bruder und aus Leipzig kamen unsere Freunde Sven und Anja.

Mir gelang es zum ersten Mal, dass ich im Herbst bei einem Marathon unter 3. Std. blieb.