Saison 2014

Für das neue Jahr hatte ich mir natürlich wieder viel vorgenommen. Dies würde natürlich nur funktionieren, wenn ich endlich eine Saison gesund überstehe.

 

Es war von mir beabsichtigt, außer mehreren Starts über die Volks- und Olympische Distanz beim Ironman 70.3 auf Mallorca, beim Ironman Europa in Frankfurt und (absoluter Höhepunkt) bei der Ironman WM auf Hawaii zu starten.

 

Natürlich kam alles ganz anders, aber dazu später. 

Gerd Trenn, ich, Thomas Wächtler

Gerd Trenn, ich, Thomas Wächtler

Witterungsbedingt war der Saisonbeginn lauf- und schwimmlastig, auch wenn es das Wetter im Januar ja sehr gut mit den Triathleten meinte.

Das Jahr 2013 endete mit dem Silvesterlauf in Krefeld-Forstwald und das Jahr 2014 begann mit dem ersten Lauf der Winterlaufserie in Nettetal. Durch den späten Ironman im Jahr 2013 und die darauf folgende Sportpause war die Zeit entsprechend schlecht. Ich glaube, dass ich in meinem bisherigen Sportlerleben erst einmal langsamer auf die 10 km gewesen war. Doch aufgrund immer wiederkehrender kleiner Verletzungen war ich im Endeffekt froh, nach 38:07 Minuten das Ziel erreicht zu haben. Leider konnte ich durch meine Teilnahme am Trainingslager auf Fuerteventura nicht die komplette Serie laufen.

Weiter ging es mit der Winterlaufserie in Köln-Porz. Da der Winter ja quasi ausgefallen war, konnte ich im fast sommerlichen Outfit laufen. Die Zeiten waren zwar nicht besonders, aber die Altersklasse konnte ich bei den Läufen über 10, 15 und 21,1 km souverän gewinnen.

Ich musste allerdings feststellen, dass ich immer noch an den Folgen der Achillessehnenoperation litt und den Fuß ganz anders abrollte und so keine Dynamik in den Lauf bekam. Da galt es dran zu arbeiten!

Nach dem Trainingslager auf Fuerteventura, welches ich fast komplett im Grundlagenbereich absolviert habe, standen 3 Laufwettkämpfe in 3 Wochen an. Erst 10 km in Dinslaken, dann der phantastische Halbmarathon Venlo und abschließend der Stadtmarathon in Bonn. Bei allen 3 Wettbewerben fand ich mich unter den ersten 3 der Altersklasse und auch die Zeiten waren recht erfreulich. Leider schmerzte die Haglundferse wieder, welches mich nach den Läufen jeweils zu fast einer ganzen Woche Laufpause zwingt!

Eigentlich sollte nach den ganzen Läufen in Mönchengladbach ein Duathlon folgen, aber ich musste feststellen, dass mir selbst nach 18 Jahren Triathlon immer noch saudumme Fehler unterlaufen können! Erst nach dem Check-In durfte ich feststellen, dass ich meine Radschuhe vergessen hatte und so durfte ich unverrichteter Dinge Heim fahren. Ihr könnt euch meine Laune bestimmt vorstellen. Sollte es doch ein letzter Test vor dem Ironman 70.3 auf Mallorca sein!

Doch umso überraschter war ich dann, als beim Ironman 70.3 bis aufs Laufen alles reibungslos klappte und ich mit 4:30 Std. die AK 50 gewinnen konnte. Wenn nur diese blöden Schmerzen an der Haglundferse nicht immer wären, dann wäre auch eine wirklich gute Zeit möglich gewesen.

Hagen

Es folgten die ersten Ligawettkämpfe die erwartungsgemäß nicht optimal verliefen. Kaum Lauftraining und immer wieder Schmerzen sorgten dafür, dass insbesondere das Laufen nicht gut war. In Hagen reichte es mit der Oberliga noch für einen 3. Platz der Mannschaft, doch in Harsewinkel kam noch der Ausfall eines Starters hinzu und wir wurden 8..

Bedingt durch die Schmerzen musste ich dann Bonn canceln und in Voerde konnte ich nur mit extremen Schmerzen laufen. Was heißt laufen, es waren 4 km humpeln und dann ein langsames Läufchen. Schade, denn Schwimmen und Rad waren richtig gut. Ich konnte mich noch auf Platz 6. der Mastersliga retten.

Die Woche darauf kam schon der Start für die Seniorenliga in Hennef und dort ging das Laufen ein wenig besser und durch meinen 6. und Jörg Oppenbergs 5. Platz schafften wir mit der Mannschaft überraschend den 3. Platz.

Das Ergebnis sorgte eigentlich dafür, dass ich mich doch für einen Start beim Ironman Frankfurt entschied, der ja nur eine Woche nach Hennef stattfand.

Rad sollte gut klappen

Rad sollte gut klappen 

Es folgte jetzt eigentlich einer der Saisonhöhepunkte mit dem Ironman in Frankfurt, doch mit einmal Laufen die Woche und dem letzten langen Lauf am 6.4. beim Marathon in Bonn war mir klar, dass dies nichts werden kann. Also versuchen, gut zu Schwimmen und eine ordentliche Radperformance abliefern und dann entweder Gehpausen beim Laufen einlegen oder nach einer der 4 Runden aussteigen. Immerhin ein gutes Training und ein Anhalt, ob es im Oktober auf Hawaii überhaupt möglich sein wird zu starten!

Sieht ja ganz locker aus!

Sieht ja ganz locker aus!

Aufgrund einer Bewerbung war ich einer der auserwählten Agegrouper, der mit den Profis starten durfte. Dies bedeutete, dass ich mich nicht mit 2500, sondern mit 500 Mitstreitern prügeln durfte und somit war das Schwimmen auch relativ angenehm. Trotzdem habe ich keinen guten Wasserschatten gefunden und blieb mit knapp einer Stunde hinter meinen Erwartungen zurück.

Auf dem Rad war es dann noch recht frisch und windig, wobei der Wind für uns günstig stand und ich mit 37,7 km/h im Durchschnitt so schnell war wie noch nie auf einer Langdistanz!

Noch vor dem 2. Wechsel kam die Sonne raus und es wurde warm. Beim Laufen wurde es jedoch immer heißer und es war in der Sonne deutlich über 30 Grad, womit einige Athleten und Athletinnen deutlich zu kämpfen hatten. Mein Kampf bezog sich mehr auf meine fehlende Kondition und meine Schmerzen in der Haglundferse!

Geschafft!

Geschafft!

Beim Loslaufen fühlte ich mich recht frisch und locker, obwohl ich ca. 1 km vorm Ende der Radstrecke im rechten Oberschenkel Krämpfe bekam.

Es war ja klar, dass es keine gute Laufzeit werden würde und somit versuchte ich von Anfang an, ein relatives „Wohlfühltempo“ zu Laufen. Auf eine Uhr hatte ich dieses Mal bewusst verzichtet. Für den Marathon waren 4 Laufrunden zu bewältigen und nach der ersten Laufrunde sagte mir meine Frau Claudia, dass ich erster der Altersklasse sei. Ich winkte nur ab, weil ich nicht schneller Laufen konnte und ich somit bestimmt noch deutlich zurückfallen sollte.

Dennoch war mein Ehrgeiz geweckt, zumindest doch durchzulaufen und wenn es möglich sei, einen einigermaßen sauberen Laufstil beizubehalten.

Vom Gefühl her würde ich sagen, dass ich auf den einzelnen Laufrunden auch langsamer geworden bin, aber ich konnte durchlaufen und beendete den Marathon in 3:26 Std. nicht wissend, wie ich platziert war. Erst wesentlich später habe ich dann erfahren, dass ich den 1. Platz gehalten hatte und somit sogar Europameister in meiner AK geworden war und dies mit so einer Laufzeit, unfassbar!

Da war noch alles gut!

Da war noch alles gut!

Für mich nahezu unbegreiflich war es dann, dass ich nach dem Ironman nahezu schmerzfrei war, was auch ein paar Wochen anhielt. Unterstützend hatte ich eine Stoßwellentherapie gemacht. Doch genau einen Tag nach dem Ende der Therapie kamen die Schmerzen während eines Laufes wieder und während ich in Sassenberg den Triathlon noch gut absolvieren konnte, kam es eine Woche später in Rheine zum Desaster. Die Schmerzen nach dem Rad fahren wurden es so schlimm, dass ich mehrmals aufhören musste und nur langsam joggen konnte. Wäre ich nicht für das Team gestartet, ich hätte definitiv aufgehört. Danach war an Laufen nicht mehr zu denken. Schon das Gehen brachte enorme Schmerzen und es folgte, dass sogar das Radeln und selbst das Schwimmen schmerzte!

Es folgte ein wahrer Ärztemarathon.

Es endete damit, dass nach 2 MRT klar wurde, dass die Saison frühzeitig beendet war, da ich operiert werden musste!

Am 1. September wurde ich in Essen durch Dr. Gerd Quack operiert, der mir schon vor 2 Jahren meine Achillessehne zusammengeflickt hatte und es sehr gut hinbekommen hatte.

Es folgte die grausame Zeit der Regeneration, Krankengymnastik und Reha!

Für mich war es wirklich schlimm, dass ich mein eigentliches Hauptziel der Saison, den Start auf Hawaii nicht antreten konnte. Ein Ziel, auf dass ich mich schon vor 3 Jahren vor der letzten Achillessehnenoperation gefreut hatte und jetzt so kurz vor dem Start gescheitert war.

Doch damit nicht genug, es wurde noch schlimmer. Die Wunden verteilten nicht und ein MRT erbrachte, dass die Sehne (warum auch immer) komplett gerissen und um die Sehne herum alles entzündet war.

Es folgten 3 weitere Operationen, gefolgt mit Tragen einer Gipsschiene, orth. Schuh etc. und langen Pausen und erst 2015 würde sich zeigen, ob ich überhaupt nochmal Sport betreiben kann.