Saison 2015

Das Jahr fing natürlich äußerst bescheiden an. Ambulante Reha war angesagt und danach viel Physiotherapie, die sich bis in den Sommer zog.

Im März ging es dann zum Rad fahren nach Mallorca und mein Operateur Dr. Neuhaus gab mir grünes Licht, dass ich dort wieder mit dem Laufen anfangen durfte. Dies bedeutete aber viel Geduld. Gestartet wurde mit 2 Minuten Laufen, 2 Minuten Gehen und erneut 2 Minuten Laufen und so wurde dann langsam aber konstant gesteigert, bis ich nach 2 Wochen bei 20 Minuten Laufen war. An Tempo war da natürlich immer noch nicht zu denken. Dazu kamen immense Rückstände auch beim Schwimmen und Radfahren, die bis Juni immer noch nicht ausgeglichen waren.

Dazu regelmäßige Termine beim Physiotherapeuten, wobei ich mit Chris von der Physiotherapie Beulen einen richtigen Glücksgriff getätigt hatte!

Die Erfolge des letzten Jahres zogen sich noch in das Jahr 2015, so wurde ich bei der Polizei zum Polizeisportler NRW gewählt, eine für die Polizei sehr hohe Auszeichnung. Es war jedoch etwas merkwürdig, als Rekonvaleszent eine solche Auszeichnung entgegen nehmen zu dürfen.

Im Mai riskierte ich den ersten Triathlon nach dem „Operationsmarathon“ Ende 2014. Ich nahm in der Mastersmannschaft II des SC Bayer 05 Uerdingen am Triathlon in Hagen teil und es war einfach ein saugeiles Gefühl, starten zu können und vor allem keinerlei Schmerzen zu verspüren. Dieses Gefühl war mir ja schon so lange verwehrt geblieben. Die Zeit war natürlich entsprechend schlecht, aber ich konnte ja noch keinerlei Tempotraining machen. Es sollten weitere Starts im Juni folgen. So war ein weiteres Ligarennen in Voerde und die Polizeilandes-meisterschaften in Düsseldorf geplant.

Auch die Veranstaltungen in Voerde und Düsseldorf hatten mir einfach nur Spaß gemacht. Trotzdem wurde mir klar, dass es dieses Jahr nichts mehr mit einer guten Laufzeit werden würde. Sobald ich diesbezüglich etwas ausprobierte, kamen gesundheitliche Rückschläge. Dies würde doch noch einige Zeit brauchen, wenn es überhaupt noch mal klappt!

Mit meinem Bruder Peter
Mit meinem Bruder Peter

Im August habe ich dann auf die Mitteldistanz gewechselt. Direkt 3 Wettkämpfe standen mit Berlin, Hückeswagen und Zell am See auf dem Programm. Der Triathlon Berlin XL verlief für mich überraschend gut, insbesondere auf dem Rad. So freute ich mich wahnsinnig auf die weiteren Veranstaltungen. Zumal die Mitteldistanz in Hückeswagen schon immer eine meiner Lieblingsveranstaltungen war und ich im österreichischen Zell am See endlich meinen amerikanischen Freund Dave wiedersehen konnte!

In Hückeswagen gelang es mir dann endlich, wieder etwas besser zu laufen, auch wenn die Gesamtzeit immer noch zeigte, dass es in allen 3 Disziplinen noch an Tempohärte fehlt. Mit dem Sieg in der Mastersliga und dem Titel des Westdeutschen Meisters über die Mitteldistanz konnte ich mich aber gut darüber hinweg trösten.

Ende August folgte dann der Ironman 70.3 in Zell am See, den Claudia und ich mit einem einwöchigen Urlaub verbunden haben. Es wurde ein wunderschöner Urlaub mit einem klasse Wettkampf. Mich hatte es besonders gefreut, dass ich meinen Freund Dave wiedersehen konnte, der extra von Portland aus nach Zell am See kam, um dort an dem Wettkampf teilzunehmen, leider musste er nach dem Rad aufhören. Dennoch hatten seine Freundin Maria, Dave, Claudia und ich wunderschöne Tage.

Der Wettkampf war für mich damit gekrönt, dass ich mich als Sieger der Altersklasse für die Weltmeisterschaften 2016 in Queensland / Australien qualifiziert hatte und den Slot nahm ich dankend an. Zusätzlich hatte ich noch 1 Woche auf Lanzarote gewonnen!

Für mich sehr überraschend kam mein Sponsor, die Westkabel AG, von sich aus auf mich zu, um unsere Zusammenarbeit zu verlängern. Damit hatte ich aufgrund meiner langen Verletzung überhaupt nicht gerechnet. Darüber war ich wirklich überglücklich und es hatte mich umso mehr motiviert und bestärkt, wieder voll zurück in den Wettkampfsport zu kommen.

Es folgten jetzt noch 2 Kurztriathlons in Xanten und Wesel und ich war gespannt, ob ich die guten Leistungen auch auf die Kurzdistanz übertragen konnte. In Xanten hatte ich den Startplatz über Erdinger bekommen und in Wesel startete ich wieder für Bayer Uerdingen. Jedoch ist Wesel der Sitz von meinem Sponsor, der Westkabel AG und deshalb war es Herzenswunsch von mir, dort ein gutes Ergebnis abzuliefern. Insbesondere auf dem Rad lief es bei beiden Veranstaltungen gut und ich konnte jeweils die Altersklasse gewinnen. Insgesamt reichte es auch in beiden Fällen für den 2. Platz. Ein für mich wirklich hervorragendes Ergebnis!

Damit war die hiesige Triathlonsaison beendet und es folgte noch der Köln Marathon. Hierfür hatte ich den Startplatz über Wobenzym gewonnen.

Der Marathon sollte für mich einfach nur ein Test sein, ob die operierte Achillessehne die Belastung eines Marathon aushält, da ich mich für 2016 beim Ironman Kanada angemeldet hatte.

Schon nach dem Start merkte ich, dass ich schneller als geplant laufen konnte. Aus dem ursprünglichen Ziel um die 3:30 Std. zu laufen wurde letztendlich eine Zeit von 3:07:23. Vor allem blieb die Sehne heil und ich hatte zu keinem Zeitpunkt Schmerzen, außer dem zu erwartenden Muskelkater in beiden Oberschenkeln.

Es war jedoch nicht nur Muskelkater, sondern eine Muskelverhärtung, die mir 2 Wochen zu schaffen machte. Erst kurz vor dem Seidenraupencrosslauf war diese endlich ausgeheilt. Der 16,6 km lange Lauf hatte es wirklich in sich und war ein guter Test für den Ironman 70.3 in Belek / Türkei, der nur eine Woche später stattfand.

Am Tag der Anreise
Am Tag der Anreise

Dieser Wettkampf sollte der schöne Saisonabschluss in der sonnigen Türkei sein. Doch mit unserer Anreise gab es einen Temperatursturz um 10 Grad und die Sonne verschwand. Für mehrere Tage zogen dunkle Regen- und Gewitterwolken auf. Damit hatten wir absolut nicht gerechnet! Doch am Wettkampftag wurde es wieder besser und es blieb trocken bis zum Abend.

Es war Premiere für die Türkei und entsprechend gab es reichlich Probleme bei den Organisatoren. Dennoch haben sie eine vernünftige Veranstaltung ins Leben gerufen. Doch der Belag der Radstrecke war teilweise einer solchen Veranstaltung nicht würdig und auch mein Vorderreifen wurde Opfer von diesem schlechten Asphalt.  Auch dieser Defekt konnte mich nur kurz stoppen und ich fuhr vom 3. auf den 1. Platz der Altersklasse vor.

Den Vorsprung konnte ich beim Laufen gut halten und nach 4:34 Stunden kam ich überglücklich ins Ziel. Dies war der 4. Sieg in meiner Altersklasse bei 4 Starts über die Mitteldistanz in diesem Jahr und das nach der Misere mit meiner Achillessehne. Was für ein schönes Comeback!

Nach der Türkei war das Wettkampfjahr damit beendet. Abschluss soll der Neujahrslauf im Krefelder Forstwald sein, mit dem dann quasi die Saison 2016 eingeleutet wird.

Zurückblickend muss ich sagen, dass nach dem verkorksten Anfang das Jahr 2015 noch eine sehr positive Wendung genommen hat! Jetzt wünsche ich mir nur, dass ich gesund ins neue Jahr komme und dann auch gesund bleibe!