Saison 2016

Das Jahr 2015 habe ich mit dem Krefelder Silvesterlauf im Forstwald beendet und im Gegensatz zu den meisten anderen Jahren konnte ich verletzungsfrei in das neue Jahr gehen! Ein tolles Gefühl.

Meine ersten Wettkämpfe bestritt ich Mitte Januar bei dem 1. Lauf der Nettetaler Winterlaufserie und dem Crosslauf in Hinsbeck. Es sollte eine Standortbestimmung sein, wo ich stehe und mir zeigen, was ich noch an Arbeit vor mir hatte. Dafür war ich mit einer Zeit knapp unter 38 Minuten in Nettetal doch schon sehr zufrieden. Das Jahr hatte ich mir ja gespickt mit hochklassigen Veranstaltungen und ich wollte es ja noch einmal versuchen anzugreifen.

Die Laufzeiten wurden leider immer schlechter und ich hatte auf 10 km Probleme, überhaupt unter 40 Minuten zu kommen.

Dafür liefen die ersten Triathlons eigentlich ganz gut. Alles lief aber unter der obersten Prämisse ab, gesund zu bleiben. Außerdem meine ich, dass ich im Kopf immer noch eine Barriere gehabt habe, wenn ich versucht habe, schnell zu laufen. Immer wieder fühlte und hörte ich in meinen Körper, ob irgend etwas mit der Achillessehne ist.

Nachdem ich mich bei den 70.3 Veranstaltungen für die WM in Moloolaba /Australien qualifiziert hatte und diese im September anstand, war ich mir gar nicht sicher, wie ich den Ironman Kanada angehen sollte. Doch von Ende Juli bis zum 2. Wochenende im September war ja genug Zeit und ich gab für mich Vollgas. Das Schwimmen in dem zu der Jahreszeit noch sehr kalten See lief sehr gut und auch die ersten 150 km der 180 km langen Radstrecke rollten richtig gut. Doch dann folgten die letzten 30 km, die fast nur bergauf gingen! Dies kostete soviele Körner, dass der abschließende Marathon eine richtige Herausforderung wurde! Doch damit mussten alle kämpfen und deshalb konnte ich meine Altersklasse recht souverän gewinnen. Ein Triumph, mit dem ich nie gerechnet hätte. Sollte diese erste Langdistanz nach der Achillessehnenoperation doch nur eine Standortbestimmung sein. Doch was jetzt, jetzt hatte ich die Quali für die WM auf Hawaii im Sack. September WM Australien und Oktober WM auf Hawaii, wie soll das gehen und Urlaub habe ich dafür auch nicht eingereicht?!

Nach kurzer Rücksprache mit meiner lieben Frau und der Dienststelle konnte den Slot wirklich nehmen. Auch auf diesem Weg nochmal vielen Dank an meine tollen Kollegen!

Die WM in Mooloolaba wurde, wie auch schon die Langdistanz in Kanada, mit einem schönen Urlaub verbunden, wobei dieser natürlich mit Training gekoppelt werden musste. Was für eine Strapaze und was für ein tolles Zugeständnis von meiner Frau Claudia! Wer macht so etwas schon alles mit?

Die WM lief für mich recht gut. Schwimmen im Meer war wunderschön und auf der flachen Radstrecke haben sie kurzerhand einen schönen zweimal zu fahrenden Berg eingebaut, der es in sich hatte. Doch dies schockte mich nicht. Leider war der Berg erst in der zeiten Hälfte und so musste ich auf dem Rad alles geben, um nicht in einen Pulk zu gelangen. Da wir überwiegend auf einem Highway fuhren, konnte ich die Pulks immer näher kommen sehen. Kurz nachdem sie mich eingeholt hatten, ging es Gott sei Dank in den Anstieg. Der abschließende Halbmarathon lief so lala. Mein aversiertes Ziel konnte ich nicht erreichen und ich musste auch Konkurrenten meiner AK, die ich zwischenzeitlich eingeholt hatte, wieder ziehen lassen. So war der 8. Platz der AK für mich eher enttäuschend. Eine Top 5 Platzierung wäre durchaus möglich gewesen.

Das absolute persönliche Highlight war für mich natürlich die Ironman WM auf Hawaii im Oktober!

Nach nun mittlerweile drei Achillessehnenoperationen hatte ich nicht mehr daran geglaubt, mich für Hawaii qualifizieren zu können. Einziger Wermutstropfen war, dass meine Frau Claudia nicht mitkommen konnte, da sie keinen Urlaub mehr hatte und es ihrem Vater zu dem Zeitpunkt richtig schlecht ging.

Da ich mich erst Ende Juli qualifiziert hatte, gab es kaum noch bezahlbare Unterkünfte. Ich konnte mir zwar nur eine Woche erlauben, dennoch wollte ich keine horrenden Kosten für eine Unterkunft ausgeben. Eine Nachfrage bei meinen internationalen Bekannten ergab dann, dass einer meiner größten Konkurrenten, Richard Sweet eine Unterkunft hatte, in der mehrere Personen wohnen konnten. Mit ihm war schon Joey Hinton aus den USA dort untergekommen und ich sagte ihm sofort zu. Es war eine wirklich sehr gute Entscheidung, denn zum einen war die Unterkunft gut, zum anderen ist Richard ein super Freund, der auch jederzeit hilfreich zur Seite stand. Dafür und überhaupt für die tolle Zeit meinen riesen Dank an dich, Richard!!

Als ich auf dem Flughafen von Kona aus dem Flieger stieg, war es wie ein Schlag. Ich dachte durch Australien würde mir die Umstellung leicht fallen, aber weit gefehlt! Was für eine Hitze und Luftfeuchtigkeit. Ich hatte das Gefühl dafür aus den Jahren 2003 und 2008 total verloren und brauchte wirklich mehrere Tage, bevor ich mich akklimatisiert hatte. Claudia fehlte mir auf Hawaii sehr und trotz der netten Gesellschaft von Joey und insbesondere Richard und Dave Ciaverella (auch ein super Freund!), der nicht weit von uns wohnte und mit dem ich mich öfters traf, fühlte ich mich etwas einsam.

Am Wettkampfmorgen ging es sehr früh zum Pier am Alii Drive und die Anspannung war riesig. Natürlich wie immer ein Schwimmen ohne Neo, die immer wellige und meist windige Radstrecke und der Marathon in dieser unsagbaren Hitze. Wird dies, so kurz nach Kanada und Australien gut gehen?

Das Schwimmen brachte ich so einigermaßen über die Bühne, war aber besser als in den ersten beiden Jahren. Auf dem Rad fühlte ich mich gut und hielt mich etwas zurück. Zu groß war der Respekt vor dem abschließenden Marathon. Vielleicht war es die richtige Entscheidung, denn ich konnte das Laufen konstant durchziehen und schaffte es, dass erste Mal auf Hawaii unter 10 Stunden zu bleiben. Leider kein Top 10 Ergebnis, aber ich war recht zufrieden. Zumindest persönliche Bestzeit auf Hawaii! Ich weiß auch nicht, wer von den vor mir platzierten Startern schon dreimal ein Jahr Pause wegen Achillessehnenoperationen einlegen musste. Also  muss ich zufrieden sein, denn ich kann mit ruhigem Gewissen sagen, dass ich seit der Genesung der Sehne nicht an einem einzigen Tag an einer der beiden Sehnen Probleme gehabt habe!

Das war sie also, die Saison 2016, durch die Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Australien und auf Hawaii eine wirklich sehr erfolgreiche und schöne Saison!