Saison 2017

Die Saison 2017 ist gerade zu Ende und schon ist die Planung für 2018 im vollen Gang. Doch wie war dieses Jahr für mich?

Das Jahr fing, wie schon zuvor mehrere Jahre, mit erheblichen Wadenproblemen an. Dies führte dazu, dass ich mehrere geplante Laufwettkämpfe canceln musste. So konnte ich nur den 12,5 km Lauf in Nettetal, den Halbmarathon in Venlo und später den 10 km Citylauf in Geldern absolvieren. Ich schaffte es, meine Laufform kontinuierlich zu steigern und in Geldern erreichte ich wenigstens eine Zeit unter 38 Minuten. Früher wäre ich über die Zeit enttäuscht gewesen, mittlerweile bin ich froh, wenn ich dies überhaupt noch schaffe. So ändern sich die Ansprüche!

Mit Thomas Wächtler, Jörg Oppenberg und Marcel Mandel in Geldern

Die Triathlonsaison läutete ich mit dem Duathlon in Mönchengladbach ein, gefolgt von einem Sprinttriathlon in Aachen-Brandt. Beide Wettkämpfe zeigten mir, dass ich erhebliche Defizite insbesondere im Schwimmen, aber auch bei beiden anderen Disziplinen hatte. Dennoch konnte ich beim anschließenden Ironman 70.3 Barcelona, der aber ca. 50 km entfernt in Callela ausgetragen wurde, den ersten Platz meiner AK erzielen.

Beim eine Woche später stattfindenden Triathlon in Gladbeck konnte ich zwar auch meine AK gewinnen, aber die Zeit war erschreckend schlecht. Der Abgleich mit Startern in der Liga, u. a. auch in meiner Altersklasse, bestätigten meine schlechte Leistung.

Nur zwei Wochen später folgte der Ironman 70.3 im Kraichgau und ein Magen- und Darmvirus zwei Tage vor dem Start schwächten mich und machten eine erneute Podiumsplatzierung schier unmöglich. Das Schwimmen und Rad fahren lief aber dennoch gut, aber beim Halbmarathon merkte ich insbesondere auf der letzten der drei Laufrunden, dass mir die Kraft fehlt. Vielleicht kamen mir die 33 Grad an diesem Tag entgegen, denn die meisten Starter hatten so ihre lieben Probleme beim Laufen. So gelang es mir immerhin, dennoch die schnellste Laufzeit in meiner AK zu laufen, obwohl ich schon keine gute Zeit hatte. Zu meiner Riesenüberraschung habe ich damit auch im Kraichgau die Altersklasse gewinnen können und dies, obwohl dort auch in meiner AK namhafte Starter angetreten waren. Nun muss eine ausgwogene Mischung zwischen Regeneration und Training her, um für die Ironman Europameisterschaft in Frankfurt wieder rechtzeitig fit zu werden.

Jedenfalls der erste Ligawettkampf in Steinbeck klappte ganz gut. Mit einer für mich guten Schwimmzeit (auch wenn ich die Wendeboje übersehen hatte und ein gutes Stück mal alleine schwimmen konnte) und einem nicht ganz so guten Rad fahren ging ich auf die Laufstrecke. Dort schaffte ich es endlich mal, relativ nah an meine Grenze heranzulaufen. Dennoch konnte ich die Seniorenliga nicht gewinnen, da der Rückstand auf meinen Vereinskonkurrenten Jörg Oppenberg zu groß war und ich im Zielspurt auch noch von einem anderen Starter überholt werden konnte. Dennoch war ich ganz zufrieden.

Nun stand der Ironman Frankfurt an. Mit Problemen beim Schwimmen aufgrund der hohen Temperatur im Neo, einer guten Radzeit und einem – zumindest am Anfang – sehr gutem Lauf konnte ich es dann zu meiner großen Überraschung schaffen, die Altersklasse M50 mit 54 Jahren in 9:06 Std. (persönliche Bestzeit) zu gewinnen und mir den Slot für die WM auf Hawaii zu sichern.

Dies war eine große Motivation für die kommenden Aufgaben. Nur eine Woche später stand in Verl die Polizeilandesmeisterschaft über die olympische Distanz an. In dem sehr guten Starterfeld war es für mich schwer, vorne mit dabei zu sein, aber nach dem Schwimmen und Rad fahren, lag ich doch ganz gut platziert. Beim Laufen habe ich dann doch die Müdigkeit in den Beinen gespürt. Obwohl ich etwas auf meinen großen Rivalen und Vereinskollegen Peter Lohmann aufholen konnte, war er für mich nicht mehr zu bekommen. Doch mit dem zweiten Platz in der AK 50 bin ich sehr zufrieden gewesen. Dies war natürlich dem Umstand geschuldet, dass die beiden besten Athleten dieser Altersklasse, Thomas Seelen und Joachim Sommershof, nicht angetreten waren.

Ein weiteres Highlight wartete mit dem Allgäu Triathlon in Immenstadt auf mich. Eine angeblich sehr schöne Mitteldistanz mit ordentlich Höhenmeter. Und alle Starter hatten Glück, denn endlich mal gab es dort schönes Wetter. Es war zwar nicht warm, aber sonnig und das war doch schon was. Die Schwimmstrecke war ok, auch wenn das Wasser für einen Bergsee eher einer grünen Brühe glich. Der Radsplit war ein wirklicher Höhepunkt. Eine schnelle abwechslungsreiche Strecke mit zwei guten Steigungen auf jeder der beiden Runden. Es hat einfach nur Spaß gemacht und ich habe nur überholt. Zu Beginn des Laufes, der „nur“ 20 Kilometer lang war, lag ich deutlich hinter dem Erstplatzierten und ich bin mein Tempo gegangen. Nach 13 Kilometern hatte ich schon viel Zeit gut gemacht und auf dem letzten Stück in das Dorf Immenstadt und zurück zum See habe ich alles versucht und ca. einen Kilometer vor dem Ziel hatte ich den bislang Führenden meiner Altersklasse ein und lief als Erster ins Ziel. Da es gleichzeitig die Deutschen Meisterschaften der Altersklasse waren,  war ich überglücklich über den Erfolg, denn damit hatte ich niemals gerechnet. Doch dann kam das große Drama, dass ich mich falsch angemeldet hätte und nicht in die Wertung der Altersklasse fallen würde, sondern bei den Profis gewertet werden müsse. Nach langem Hin und Her stellte sich heraus, dass man sich unterschiedlich anmelden konnte und zwar als AK-Athlet oder Profi. Was für ein Quatsch bei einer Anmeldung für eine Altersklassenmeisterschaft! Auf der Seite der DTU gibt es nur 2 Startpässe, den Basis- und den Premium-Startpass und ich ging davon aus, dass dies damit gemeint sei und habe deshalb das Kreuz falsch gesetzt. Shit happens! Somit trotz Kampf und Sieg kein Deutscher Meister! Wir waren so sauer, dass wir den Urlaub im Allgäu sofort abgebrochen haben und nach Hause gefahren sind.

Im weiteren Saisonverlauf durfte/musste ich zweimal einspringen und die Mastersliga in Krefeld und Xanten verstärken, was ich sehr gerne gemacht habe. Gerade in Krefeld vor den ganzen Bekannten, Freunden und Vereinskollegen zu starten war richtig klasse. Doch auch der Start in Xanten hat sehr viel Spaß gemacht. Bei beiden Rennen wurde ich in der Ligawertung jeweils Zweiter, nur geschlagen von Niels Nagel in Krefeld und Götz Kreisel in Xanten, beide vom KKK. Diese beiden Starts waren gleichzeitig auch Vorbereitung für den Ironman 70.3 auf Rügen, dem vorletzten Großereignis 2017.

Am Mittwoch vor dem Rennen fuhren Claudia und ich nach Rügen und es erwartete uns richtiges Schmuddelwetter, welches größtenteils auch bis zum Samstag anhielt. Aus unseren ganzen Vorhaben, was wir uns ansehen wollten, wurde deshalb nichts. Doch der Wettergott hatte am Wettkampftag ein Einsehen mit den Triathleten. Der Sonntag erwartete uns schon morgens mit schönstem Sonnenschein und bis auf eine lockere Bewölkung sollte es auch den ganzen Tag so bleiben. Entsprechend motiviert ging ich in das Rennen und habe mich während dem Wettkampf richtig gut gefühlt.

Das Schwimmen in der Ostsee war trotz der 17 Grad sehr angenehm und ich konnte für mich richtig gut schwimmen. Nach dem sehr langen Weg in die Wechselzone gab ich auf dem Rad mal richtig Gas und fuhr mich weiter nach vorne. Der abschließende Halbmaratahon machte regelrecht Spaß und durch Claudia wusste ich, dass ich nicht bummeln durfte, sondern die Stellschraube der Geschwindigkeit weiter oben halten musste, was mir auch ganz gut gelungen ist. Leider ist es aber trotzdem nichts mit einer Durchschnittsgeschwindkeit von unter 4 Minuten auf den Kilometer geworden. Aber für die Anstiege auf der Laufstrecke war es ein guter Laufsplit. Im Ziel wurde ich zwar schon von dem ersten meiner Altersklasse erwartet, aber durch den Rolling Start war er um die 5 Minuten vor mir gestartet und in der Endabrechnung lag ich doch deutlich vor ihm. Somit mein dritter Sieg in der Altersklasse bei einem Ironman 70.3 im Jahr 2017! Ich war natürlich sehr zufrieden.

So, jetzt hatte ich noch ungefähr einen Monat bis zur Ironman auf Hawaii, natürlich dem absoluten Saisonhöhepunkt. Auch Claudia hat sich sehr auf die Zeit gefreut, weil wir nach dem Wettkampf natürlich noch ein wenig Urlaub auf den beiden Nachbarinseln von Big Island, Molokai und Oahu, verbringen wollten.

Eine Woche vor dem Wettkampf sind wir nach Big Island geflogen und hatten dieses Mal auch nur einen Zwischenstop. Während unsere Koffer und wir bei dem sehr kurzen Aufenthalt den nächsten Flieger erreicht haben, musste das Rad leider in Seattle bleiben, da der übertriebene Sicherheitscheck zu lange gedauert hatte. Die anschließende Woche stand komplett im Zeichen der Vorbereitung auf den Wettkampf und dem Wettkampf selber.

Entgegen meiner Erwartungen war es ein eher angenehmes Schwimmen, da sehr human miteinander umgegangen wurde. Mit 1:08 Std. war ich auch ganz zufrieden. Auf dem Rad habe ich mich nicht um Zeiten gekümmert, sondern bin nach Gefühl gefahren. Es wurde sehr dadurch erschwert, dass die neue Kette über die Kassette sprang, so dass ich nur die zwei größten und kleinsten Gänge benutzen konnte. Mit einer Zeit von 5:05 Std. kam aber dennoch ein sehr guter Split für mich heraus, obwohl mir zweimal die Kette nach innen abgesprungen war und ich anhalten musste, um sie wieder aufzulegen.

Eine nicht auskurierte Knochenhautreizung am linken Schienbein und die ungewohnte muskuläre Belastung beim Rad fahren durch die beschränkte Gangauswahl sorgten jedoch für einen grausamen Marathon zum Abschluss. Vom ersten Meter an starke Schmerzen im Schienbein und eine verhärtete Muskulatur ließen nicht mehr viel zu. So wurde es nichts aus meinem Ziel, insbesondere beim Laufen einen guten Split abzuliefern. Nach insgesamt 10:02 Std. kam ich total fertig ins Ziel und sollte noch über 2 Wochen Schmerzen im Schienbein haben. Der anschließende Urlaub tröstete zwar über den enttäuschenden 6. Platz in meiner Altersklasse hinweg, aber das einmalige Ziel, bei einer WM unter die ersten 3 zu landen, bleibt wohl ein unerfüllter Traum!

Fazit:

Rein sportlich konnte ich nicht die Leistung abrufen, die ich eigentlich bringen wollte. Dennoch verlief diese Saison für mich absolut erfolgreich, was die Platzierungen angeht. Ich konnte in den großen Rennen bis auf Hawaii immer die Altersklasse gewinnen, obwohl ich im letzten Jahr der AK50 bin. Auf Hawaii konnte ich mit Platz 6 zum ersten Mal in die Top Ten vordringen. Das absolut Wichtigste ist und bleibt jedoch, dass meine beiden Achillessehnen die großen Belastungen ertragen und nicht geschmerzt haben!